Maur um 1900 und heute.

Abgestimmt auf unser Jubiläum lud Susanna Walder (Kuratorin Museen Maur) zu einem virtuellen Rundgang durch unser Dorf ein.

In der Treichlerstube in der Mühle – die den Teilnehmerinnen ein „ oh cool, so heimelig“ entlockte – betrachteten wir das wunderschöne Bild der Gemeinde Maur, im Jahr 1898 von Hermann Hinderling gemalt. Augenfällig die vielen Obstbäume und die weiten Getreidefelder und mit nicht weniger als 40 Firsten von Maurmer Gebäuden.

Es dauerte seine Zeit bis alle Frauen wieder unten im Mühlesaal waren, fast zu vieles gab es zu betrachten! Ein Tipp: Museum und Burg sind jeweils am 1. und 3. Samstag im Monat und an speziellen Anlässen geöffnet. Ein Besuch lohnt sich sicher.

Bei Wort und Bild erlebten wir das alte und aktuelle Maur: Kehlhof, die alte Post, die Spinnerei – 1818 erbaut – die heute u.a. die Bibliothek beherbergt. Schmitte am Bäckerrain, Schreinerei Frei und Restaurant Sonne im Unterdorf, um nur einige Beispiele zu nennen. Es machte Spass diese Gebäude zu erkennen und die eine oder andere Teilnehmerin wusste eine kleine Episode zu erzählen. 
Auf Schusters Rappen und unter Plaudern ging es alsdann zur Kirche Maur. Es hat einen guten Grund die Kirche durch das Helmhaus und dann durch das Hauptportal zu betreten. Links und rechts des Eingangs sind in den Sandsteinbogen Mölche (Amphibien) zu erkennen. Die Geschichte weiss zu berichten, dass an dieser Pforte das Böse und Schlechte zurückgelassen wird und man erst dann in die Kirche eintritt.

Der wertvollste Schmuck ist die prachtvolle Holzdecke. Sie stammt aus dem Jahre 1511 und ist ein Werk von Hans Ininger aus Zürich. Auf den Bändern in Flachschnitzereien sieht man stilisierte Pflanzen, viele Tiere und Jagdszenen. Das Viereck mit den fünf Ortswappen unserer Gemeinde stammt aus der neuesten Zeit (Kirchenrenovation 1968/70) und beinhaltete früher wahrscheinlich einen Stern.
Dies und noch viel mehr erfuhren wir von Dr. Bruno Weber (Museen Maur), der so unseren Blick fürs Detail schärfte.

Dann kam das nächste Highlight: Der Kirchturm. 1537 wurde am Turm ein Uhrwerk angebracht, das jedoch nur einen Stundenzeiger enthielt. Erst 1920 wurde ein Werk mit zwei Zeigern eingeführt. Yvonne Sigrist (Sigristin) erzählte eine kurze Geschichte zum Glockenaufzug von 1950 und dann kam der grosse Moment der Turmbesteigung!

 

 

Begeistert kamen alle über die doch steilen Treppen schliesslich wieder in den Chor der Kirche zurück, mit neuen Sichtweisen – wer kann denn sonst schon sein Haus von oben fotografieren – und spannenden Informationen zu Glocken und Geläute.

 

 

Die letzte Etappe führte uns in Richtung See, wo wir auf dem Bauernhof der Familie Walser in gemütlicher Runde zusammensassen und kulinarisch verwöhnt wurden! Ein reichhaltiges, leckeres Salatbuffet, feine Grilladen und zu guter Letzt verführerische Desserts warteten auf uns.

Bei herrlichem Wetter ging dieser dritte Jubiläumsanlass langsam zu Ende und ich möchte an dieser Stelle allen die zum guten Gelingen beigetragen haben, ganz herzlich danken!

Susanne Gribi Graf